Ihr wollt wissen, was den bedürfnisorientierten Umgang mit Kindern ausmacht? Wie ihr ihnen auf Augenhöhe begegnen könnt, ohne eure eigenen Bedürfnisse zu vernachlässigen? Auf dieser Seite könnt ihr einen Überblick über diese Thematik bekommen.

Es ist eine Babyhand zu sehen, die den Daumen eines Erwachsenen umklammert.

Bedürfnis
Be·dürf·nis
/Bedǘrfnis/
Substantiv, Neutrum [das]
Wunsch, Verlangen nach etwas; Gefühl, jemandes, einer Sache zu bedürfen, jemanden, etwas nötig zu haben
[materielle] Lebensnotwendigkeit; etwas, was jemand [unbedingt] zum Leben braucht

Bedürfnisse von Babys und Kleinkindern

Menschen haben von Anfang an Bedürfnisse, deren Erfüllung dafür sorgt, dass sie sich körperlich, geistig und emotional entwickeln können. Dazu zählen Grundbedürfnisse wie Nahrung, Schlaf und Pflege. Aber auch Sicherheit, Geborgenheit, liebevolle Beziehungen und eine anregende Umgebung sind für ein lebenswertes Leben entscheidend. Hier ist ein schutzbedürftiges, neugeborenes Menschenbaby erstmal komplett auf seine Bezugspersonen angewiesen. Diese nähren es, wärmen es, halten es sauber, bringen es dazu, zu schlafen und vieles mehr. Einiges davon weit über die Babyzeit hinaus.

Dabei ist entscheidend, wie das geschieht. Bekommt ein Kind pünktlich alle drei Stunden die Brust oder die Flasche, wenn es „an der Zeit ist“ und es womöglich schon lange geschrien hat? Muss das Kind regelmäßig, bis es sein Geschäft verrichtet hat, auf dem Töpfchen sitzen? Wird das Kind zum Einschlafen alleine in sein Gitterbett im eigenen Zimmer gelegt, auch wenn es deutlich zeigt, dass es das nicht möchte? Ja, auch dieses Kind schläft irgendwann. Auch dieses Kind wird trocken. Auch dieses Kind wird satt. Die Frage ist wie. Mit einem Vertrauen in sich, in seine Bezugspersonen und schlussendlich in die Welt? Mit einem Grundgefühl der Sicherheit und Geborgenheit? Sicher nicht.

Mir ist es also ein Anliegen, dass wir die Bedürfnisse der Kleinen ernstnehmen. Wenn daraufhin die Angst erwähnt wird, ein Kind könnte verwöhnt werden, kann ich nur müde lächeln. Vor was haben diese Menschen Angst? Vor einem Kind das lernt, seiner Umwelt, seinen Bezugspersonen und schlussendlich sich selbst zu vertrauen? Für mich ist das Gegenteil der Fall: Erst durch kräftige, tiefe Wurzeln, wird es dem Kind möglich, Flügel auszubilden, die es wirklich tragen.

Bedürfnisorientiert – Die Basis meiner Arbeit

Hier knüpft die Bedürfnisorientierung an. Das so genannte „Attachment Parenting“ stellt die Nähe zwischen Eltern/Bezugspersonen und Säuglingen bzw. Kleinkindern in den Mittelpunkt der Familieninteraktion (Sears & Sears, 2001). Der Schutz und die Wahrung der Grundbedürfnisse stehen dabei im Mittelpunkt. Wichtig für die Erfüllung dieser Grundbedürfnisse ist dabei die Bindung zwischen Bezugsperson und Kind.

Wenn ich meinen Umgang mit Kindern also benennen müsste, würde ich ihn wohl “bedürfnisorientiert” nennen. Ich begleite auf Augenhöhe, geprägt von gegenseitigem Respekt. Das „Attachment Parenting“ steht für den bindungs- und bedürfnisorientierten Umgang mit Babys und Kindern. Geprägt wurde der Begriff durch den amerikanischen Kinderarzt William Sears und seine Frau Martha Sears, die gemeinsam acht Kinder großgezogen haben und denen dabei aufgefallen ist, wie unterschiedlich und doch ähnlich deren Bedürfnisse sind. Daraufhin haben sie sich intensiv damit auseinandergesetzt, welche Bedürfnisse Babys mit auf die Welt bringen und haben darüber im Laufe der Zeit mehrere Bücher geschrieben. Die Arbeit des Ehepaars ist umstritten, da die beiden den evangelikalen Christen zuzuordnen sind, die ein fundamentalistisches Weltbild haben und damit die Bibel sehr wörtlich auslegen. Nichtdestotrotz ist ihre pädagogische Arbeit sehr wertvoll und hat viel verändert.

„Bedürfnisorientiert“ kann also heißen Kinder von Anfang an in ihren Bedürfnissen zu sehen und achten zu wollen und führt langfristig zu einer intensiven Bindung. Es stärkt sowohl die Kinder, als auch die Eltern und somit die komplette Familie.

Die 7 B’s, die Baby-Bedürfnisse nach der Pyramide von Sears, sind:
• “Birth Bonding” (Hautkontakt direkt nach der Geburt)
• “Breastfeeding” (Stillen bzw. Füttern mit kuscheln)
• “Baby wearing” (Tragen des Babys nah am Körper, im Tragetuch oder einer Tragehilfe)
• “Bedsharing” (gemeinsames Schlafen im Familienbett)
• “Belief in Baby’s Cries” (Jedes Baby-Weinen ernstnehmen und seine Signale achten, im besten Fall bevor es weinen oder schreien muss)
• “Beware of Baby Trainers” (Keine „Trainings“ durchführen, wie z.B. das Schlaflernprogramm „Jedes Kind kann schlafen lernen“)
• “Balance and Boundaries” (Die Balance zwischen den Bedürfnissen des Kindes und denen der Eltern, sowie das Wahren von Grenzen sind essentiell)

Nur ein kleiner Einblick

Die meisten verstehen die 7 B‘s aber wirklich nur als grobe Richtung. Im alltäglichen Leben kann es vieles und vor allem viel mehr bedeuten und sehr unterschiedlich gelebt werden, beispielsweise indem:

. . .ihr die Bedürfnisse des Kindes ernst nehmt und zwar unabhängig von Zeitplänen etc. (Wenn das Kind müde ist, bekommt es die Möglichkeit zu schlafen, wenn es nicht müde ist, muss es nicht schlafen).

. . .das Kind im Alltag mitbestimmen darf und in einem vorgegebenen Rahmen eigene Entscheidungen treffen kann (was es an Kleidung tragen oder essen möchte, oder über die Wandfarbe des Kinderzimmers).

. . .ihr Gründe und Grenzen verständlich und altersgerecht begründet, da Kinder verstehen wollen warum etwas ist, wie es ist.

. . .ihr immer überlegt, was euch wirklich an einer Situation stört und ob das relevant ist. Zum Beispiel wenn das Kind ohne Schuhe in die KiTa gehen will. Ggf. könnt ihr einmal tief durchatmen und etwas geschehen lassen oder es eben gut begründen und ablehnen, wenn zum Beispiel nasskaltes Wetter ist und es für euch wirklich nicht infrage kommt.

. . .ihr erkennt, dass nichts starr und für immer festgelegt ist. Wie sich das Kind und die Familie verändert, können auch der Tagesablauf, die Regeln und Umstände flexibel angepasst werden. Natürlich meine ich damit nicht, dass ständig totales Durcheinander herrschen sollte.

. . .ihr realisiert, dass es kein Richtig oder Falsch gibt und es dazugehört, Fehler zu machen. Auch wenn ihr man mal unangemessen reagiert habt, ist das nur menschlich. Wichtig ist, sich das einzugestehen, zu reflektieren und auch eine Entschuldigung kann für beide Seiten heilsam sein.

. . .ihr Kompromisse findet, falls die Bedürfnisse von mehreren Personen nicht miteinander vereinbar sind. Das gehört auch ganz klar dazu: Denn auch die Bedürfnisse der Erwachsenen sind wichtig und es muss immer wieder individuell abgewogen werden.

Auf Augenhöhe – voller Respekt

Die Art, wie wir mit Kindern umgehen, mit ihnen sprechen, ob und wie wir sie bewerten, wie wir sie unterstützen und ins Leben begleiten, macht den Unterschied. Der Schlüssel ist dabei Respekt. Respekt bedeutet, dass ich es würdevoll behandle und davon ausgehe, dass mein Kind kompetent ist. Dass ich meinem Kind also beispielsweise zutraue, zu wissen, was es gerne möchte und was ihm in der jeweiligen Situation guttut. Falls die Umsetzung davon in verschiedenen Situationen nicht sinnvoll oder möglich ist, gilt es zu kommunizieren und Kompromisse zu verhandeln. Wichtig finde ich gerade dabei, auf Augenhöhe zu bleiben. Das kann bildlich verstanden werden, denn Kinder fühlen sich ernster genommen, wenn man sich auf ihre Höhe begibt. Aber auch im übertragenen Sinne kann das eine gute Basis schaffen. Wenn das Kind merkt, dass wir es respektieren und wir gute Erklärungen haben, für das, was wir uns von ihm wünschen, können viele Situationen ohne Tränen und verständnislose Enttäuschung und Wut gelöst werden.

Denn, auch wenn das manche überraschen wird: Ich bin fest davon überzeugt, dass Kinder kooperieren wollen. Wenn wir uns in das hineinversetzen, was es ihnen manchmal schwer macht und sie dabei unterstützen, das zu überwinden, kann das schon Wunder wirken. Schon, wenn wir uns bemühen, ihnen das Kooperieren leichter zu machen, zum Beispiel in dem wir nur noch erfüllbare Erwartungen an sie haben, ist das ein Schritt in die richtige Richtung.

Gleichzeitig braucht es auch das Erleben von Gefühlen, das Kinder stärkt und sie in sich festigt. Wenn sie ihre Emotionen schon früh kennen- und benennen lernen, sie einordnen können und den Umgang nach und nach verinnerlichen, trägt das zu einem ausgeglichenen Charakter bei. Denn Gefühle zu unterdrücken führt dazu, dass wir abstumpfen, oder irgendwann explodieren, weil so viel ungelebte Emotionen in uns gesammelt haben. Mit jedem Kind, das mit seinen Gefühlen nicht alleine ist, legen wir den Grundstein für eine Welt, die empathischer und kraftvoller ist, genau wie es diese Kinder durch ihre sichere Basis zukünftig sein werden.

Stichwort Begleitung

Wichtig ist dabei, dass wir das Bild des Erziehens zumindest kritisch hinterfragen. An etwas „ziehen“ bedeutet, dass wir eine Vorstellung davon haben, wohin diese Reise gehen soll. Das wir darüber entscheiden und das Kind dementsprechend formen, entspricht nicht meinem Bild vom Kind. Auch wenn Kinder automatisch viel von uns als Bezugspersonen mitnehmen, wir ihrem Leben einen Rahmen geben und quasi ihr „Leuchtturm“ sind, sollten wir ihre Entwicklung behutsam beeinflussen. Daher bevorzuge ich das Bild vom Begleiten, dem Weg bereiten und bestärken, mit einem positiv geprägten, ressourcenorientierten Blick aufs Kind.

Was hilft es mir, wenn mein Kind routiniert „Danke“ sagt, wenn es etwas bekommt, aber den Sinn dahinter gar nicht verstanden hat? Wenn es nur oft genug „Wie sagt man?“ gehört hat? Viel lieber ist es mir, dem Kind diese sozialen Kompetenzen vorzuleben, darüber zu sprechen und es dabei zu unterstützen, ohne Druck seinen Weg zu finden. Ihr werdet begeistert sein, was es mit Kindern macht, wenn wir mit ihnen auf diese Art umgehen.

Ist das etwas Neumodisches? Nein, im Gegenteil: Durch unsere westliche Kultur sind viele ursprüngliche Verhaltensweisen von Eltern und Kindern verloren gegangen, die es nun wiederzuentdecken gilt. Wie beispielsweise das Tragen von Kindern am Körper. Wer Zusammenhänge erkennen kann und wieder lernt seinem Bauchgefühl zu vertrauen, weiß genau was für das Kind und die Beziehung zu ihm wichtig ist.

Mein Ziel ist es so vielen Familien wie möglich, dabei zu unterstützen ihren persönlichen Weg zu finden – mit neuen Perspektiven und Lösungen für den Familienalltag.

Kleine Dinge, die Großes bewirken können

Wusstet ihr, dass das kindliche Gehirn Negationen, also Verneinungen, kaum verarbeiten kann bzw. es zumindest wesentlich umständlicher ist und länger braucht als positive Formulierungen zu verarbeiten?

Wenn ihr also das Gefühl habt, dass euer Kind (absichtlich?) Dinge macht, die es nicht machen „soll“ und ihr das auch „schon oft genug gesagt habt“, fragt euch doch mal WIE ihr es gesagt habt. Wenn ihr einen Satz (meistens ganz automatisch) mit „nicht“ formuliert, zum Beispiel „nicht hochklettern“, hört das Kind das Wort „hochklettern“ und erst im zweiten Schritt das Wort „nicht“, das eher unter geht. Das Kind handelt also impulsiv und will euch prinzipiell nicht ärgern. Oft sogar im Gegenteil.

Ich kann mich noch gut erinnern, wie mich in der Ausbildung zur Erzieherin eine Kollegin darum gebeten hat, doch mal darauf zu achten und es bei mir in den kommenden Stunden quasi „klick“ gemacht hat. Mir wurde bewusst, wie oft ich es den Kindern durch meine verneinenden Formulierungen besonders schwer gemacht habe. Bis hin zu Situationen, in denen es sogar wirklich gefährlich war, zum Beispiel im Straßenverkehr.

Der Effekt von positiven Formulierungen ist sofort spürbar, es ist Kinder einfach leichter, Wünsche und Bitten umzusetzen, ohne diesen „Umweg“. Aber ich habe auch gemerkt, wie schwer es ist, das wirklich umzustellen und wie lange mir immer noch Sätze mit „nicht“ herausgerutscht sind. Inzwischen passiert das kaum noch und ich versuche so oft es geht, diese Erkenntnis zu verbreiten, weil sie so viel verändern kann.

Beispiele:
❌„Nicht umwerfen“ – „Bitte stehen lassen“✅
❌„Nicht runterspringen“ – „Bitte hier/oben bleiben“✅
❌„Nicht anfassen“ – „Bitte in Ruhe lassen“/“Bitte nur anschauen“✅
❌„Nicht auf die Straße laufen“ – „Bitte auf dem Gehweg bleiben“✅ usw.

Alltagstauglichkeit

Auch wenn es unglaublich viele Ratschläge zum Umgang mit Kindern auf dieser Welt gibt, in Büchern, Podcasts und natürlich besonders in den sozialen Medien…Oft fehlt ihnen der direkte Bezug zum Alltag, dem Stress in dem sich Familien regelmäßig befinden, den täglichen Ausnahmesituationen und dem Alltagsdruck.

Mir ist es daher wichtig, die komplette Lebenssituation im Blick zu haben, realistische Vorschläge zu machen und Schritt für Schritt vorzugehen. Dazu empfehle ich euch im Zuge der Beratung auch gerne Bücher, die sich wirklich lohnen und eine Bereicherung sein können.

„Ich zähle bis 3, aber will das gar nicht“

Ihr kennt das bestimmt, ihr nehmt euch vor in Situationen ruhiger und gelassener zu reagieren, aber im besagten Alltag gelingt euch das oft nicht? Euch rutschen immer wieder Phrasen raus, die euch vielleicht an Sätze erinnern, die ihr selbst als Kind gehört habt und die ihr eigentlich vermeiden wollt? Ihr wünscht euch, dass der Alltag reibungsloser abläuft, ihr euch mehr auf eure Kinder einlassen könnt?

Wen ihr mit Kindern zusammenlebt, trefft ihr täglich hunderte Entscheidungen, die den Umgang beeinflussen. Wie ihr in welchen Situationen reagiert, zeichnet ihnen schon ganz früh ein Bild von euch als Bezugspersonen. Seid ihr verlässlich? Liebevoll? Gebt ihr ihnen die Nähe, die sie brauchen? Aber auch den Raum, um sich auszuprobieren? Respektiert ihr sie und ihre Grenzen?

Kinder brauchen einen Rahmen, ganz klar. Aber brauchen sie auch feste Grenzen und Verbote? Gibt es ein “zu viel” an Nähe und Zuwendung? Was, wenn euch alles über den Kopf wächst und ihr im Umgang mit eurem Kind ruppig werdet? Wenn das Mittagessen jeden Tag zur Geduldsprobe wird oder ihr euch fragt, wie ihr mehreren Kindern überhaupt ausreichend gerecht werden könnt?

Die individuelle Beratung „Ich zähle bis 3, aber will das gar nicht“ ist das Richtige für euch, wenn ihr im Alltag mit Aspekten eures Familienlebens unzufrieden seid.

Das kann zum Beispiel sein, wenn ihr häufig mit eurem Kind aneinandergeratet, euch die Gelassenheit in manchen Situationen fehlt, ihr in der Hektik oft unsicher seid und euch eigentlich wünscht, in manchen Momenten anders reagiert zu haben.

Auf der Basis von Respekt möchte ich euch dabei unterstützen, eurem Bauchgefühl wieder vertrauen zu können, euren Familienalltag wieder genießen zu können und stelle dabei Bindung und Beziehung in den Mittelpunkt.

Für die Beratung füllt ihr im Voraus einen detaillierten Fragebogen aus, der dazu beiträgt, dass ich mich individuell vorbereiten kann. In einer ausführlichen Beratung inkl. Zusammenfassung im Anschluss und individueller Nachsorge (telefonisch oder per WhatsApp), werden wir gemeinsam neue Perspektiven entwickeln.

Ich konnte euch neugierig machen und ihr wollt gerne mehr über die Beratung erfahren? Für mehr Details einfach auf den Button klicken: