Negationen

Wie euer Kind euch Besser versteht

Wusstet ihr, dass das kindliche Gehirn Negationen, also Verneinungen, kaum verarbeiten kann bzw. es zumindest wesentlich umständlicher ist und länger braucht als positive Formulierungen zu verarbeiten?

Negationen behindern die Kommunikation

Wenn ihr also das Gefühl habt, dass euer Kind (absichtlich?) Dinge macht, die es nicht machen „soll“ und ihr das auch „schon oft genug gesagt habt“, fragt euch doch mal WIE ihr es gesagt habt. Wenn ihr einen Satz (meistens ganz automatisch) mit „nicht“ formuliert, zum Beispiel „nicht hochklettern“, hört das Kind das Wort „hochklettern“ und erst im zweiten Schritt das Wort „nicht“, das eher unter geht. Das Kind handelt also impulsiv und will euch prinzipiell nicht ärgern. Oft sogar im Gegenteil.

Ich kann mich noch gut erinnern, wie mich in der Ausbildung zur Erzieherin eine Kollegin darum gebeten hat, doch mal darauf zu achten und es bei mir in den kommenden Stunden quasi „klick“ gemacht hat. Mir wurde bewusst, wie oft ich es den Kindern durch meine verneinenden Formulierungen besonders schwer gemacht habe. Bis hin zu Situationen, in denen es sogar wirklich gefährlich war, zum Beispiel im Straßenverkehr.

Der Effekt von positiven Formulierungen ist sofort spürbar, es ist Kinder einfach leichter, Wünsche und Bitten umzusetzen, ohne diesen „Umweg“. Aber ich habe auch gemerkt, wie schwer es ist, das wirklich umzustellen und wie lange mir immer noch Sätze mit „nicht“ herausgerutscht sind. Inzwischen passiert das kaum noch und ich versuche so oft es geht, diese Erkenntnis zu verbreiten, weil sie so viel verändern kann.

Beispiele:
❌„Nicht umwerfen“ – „Bitte stehen lassen“✅
❌„Nicht runterspringen“ – „Bitte hier/oben bleiben“✅
❌„Nicht anfassen“ – „Bitte in Ruhe lassen“/“Bitte nur anschauen“✅
❌„Nicht auf die Straße laufen“ – „Bitte auf dem Gehweg bleiben“✅ usw.